August 17

Ein Königskind, das Herzen öffnet – Emma Mills „Jane und Miss Tennyson“

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Was muss ein wahres Königskind eigentlich können? Einfangen, begeistern, unterhalten, vom ersten bis zum letzten Buchstaben. Gerne auch darüber hinaus. Dass „Jane und Miss Tennyson“ von Emma Mills so ein Buch sein könnte, das hat es bereits verraten, als ich es von seinem Schutzumschlag befreit habe.

Großartige Story in wunderschöner Aufmachung!

Was für eine Schätzchen, dieses Buch! Deshalb liebe ich die Ausgaben vom Königskinder Verlag, sie sind schon von außen oft eine Augenweide. Ja, die Cover sind wie immer Geschmackssache, und scheinbar treffen sie auf weniger Begeisterung, als ihnen zusteht. Aber der Gesamteindruck zählt, und mir gefällts! (Lesebändchen! Ein Lesebändchen, Leute!)

Ganz kurz zum Inhalt – der mich im Übrigen ebenso überzeugen konnte:

„Devon würde eigentlich nichts an ihrem Leben ändern. Sie ist zufrieden damit, heimlich in ihren besten Freund verliebt zu sein und die Zukunft zu ignorieren. Aber das Leben macht nicht mit. Erst zieht ihr Cousin Foster, ein unverbesserlicher Sonderling mit einem überraschenden Talent für Football, bei ihnen ein. Dann taucht der unausstehliche, überhebliche und unerträglich attraktive Ezra auf. Devon hätte nie erwartet, dass Foster der Bruder wird, den sie nie haben wollte; oder dass Ezra ihre Lieblingsschriftstellerin Jane Austen liest, selbst wenn er Stolz und Vorurteil zunächst für die Fortsetzung von Verstand und Gefühl gehalten hat.“ (Quelle: Verlag)

Die Story entwickelt sich ganz zart und leicht, es macht zu jeder Sekunde Spaß, sich damit zu beschäftigen. Versprochen!

Aber das Königskind kann noch mehr

Es gibt wenige Bücher, bei denen ich auf Post-its zurückgreife, und „Jane und Miss Tennyson“ ist eins davon. So viele wundervolle Zitate, die man sich am liebsten irgendwo tätowieren lassen möchte! Dabei ist die Sprache gar nicht anstrengend, wie es bei anderen Königskinder-Büchern manchmal der Fall ist, man kann es also richtig gemütlich wegschmökern. Beispiel gefällig?

Er lächelte leicht, als er den Blick wieder der Zeitung zuwandte. „Und was ist mit dem ‚unzugänglich‘? Klingt irgendwie, als wäre ich eine abgelegene Toilette.“

Ist das schön, oder ist das schön?!

Mit das Beste an diesem Buch ist allerdings die Figurenentwicklung. Devon mausert sich von einem gelangweilten Teenie zu einer jungen Dame, die für andere einsteht und auch über ihren Schatten springt.
Cousin Foster – der übrigens ganz schön gebeutelt wurde in seinen 14 Jahren – wird von einer Nervbratze zu einem jungen Kerl, dem man mit großen Augen gern bei seinen Seltsamkeiten zusieht.
Und Ezra Lynley? Mein Gott, der Kerl hat was! Ich mag es ja, wenn sich hinter einer glatten Schale etwas verbirgt, das kurz vor dem Zerbrechen ist. Und Ezra ist so jemand. Mehr möchte ich gar nicht verraten. Obwohl, doch, eins noch:

„Überhaupt nicht arschig. Das ist genial. Ich glaube, das schreibe ich in meinen Lebenslauf.“

Ich habe knapp eine Woche gebraucht, um über Ezra hinwegzukommen und mich auf ein neues Buch konzentrieren zu können. Nur mal so nebenbei erwähnt …

Alles in allem kann ich nur sagen: Lest. Dieses. Buch.

Hier könnt ihr es kaufen!

August 1

Vom Mut, Mut zu haben

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Leute, ich kann euch sagen, Mut ist echt anstrengend. Für mich jedenfalls. Klar gibt es Menschen, die morgens bereits todesmutig aus dem Bett springen und sich gleich mit Gebrüll den nächsten Bären vorknöpfen – noch vor dem Frühstück! Aber zu denen gehöre ich nicht. Für mich ist es Arbeit, mutig zu sein.

Apropos Arbeit …

Wenn wir schon dabei sind, kann ich auch gleich die Katze aus dem Sack lassen:

Ich habe gekündigt.

2004 habe ich nach langer Suche endlich einen Beruf gefunden, der mich vollkommen erfüllen und bei dem ich obendrein einem meiner Hobbys – dem Lesen – frönen konnte. Das Schreiben geriet ins Hintertreffen, stattdessen wurde ich Buchhändlerin. Was für ein wunderschöner, abwechslungsreicher und magischer Beruf! Ich möchte keine einzige Sekunde missen, kein Buch, das ich berührt habe, keinen Kunden, der mich angelächelt hat.
Ein kleines Ziel nach dem nächsten habe ich in den folgenden neun Jahren erreicht (Ausbildung, Übernahme, Unbefristung, Abteilungsleitung), bis ich endlich sagen konnte:

Okay, mehr geht nicht in diesem Beruf. Zumindest nicht für mich.

Und dann wurde mein Sohn geboren. 2013 war das. Mit ihm wuchs mein Wunsch, mich erneut dem Schreiben zu widmen, und nach dem ersten Buch war der Wille da, das regelmäßig zu tun. Gott, was für ein Gefühl, die eigene Fantasie in Händen halten zu können! Gedruckt!

Nun, leider – oder Gott sei Dank? – hat man nur drei Jahre Elternzeit, und meine laufen im kommenden September ab. Ich musste mich also endlich entscheiden zwischen Buchhandel und Autorendasein.

Das Zögern und Wanken

Wow, was habe ich geheult und mit mir gerungen. Stunden, Tage, Wochen. Mal wollte ich unbedingt zurück in die Buchhandlung, die Freunde dort nicht verlieren, Kunden glücklich machen, am Puls der neuesten Literaturentwicklungen sein. Doch jedes Mal, wenn sich meine Entscheidung in diese Richtung neigte, zerrte am anderen Ende etwas.

„Schreiben ist schon so lange dein Traum“, flüsterte es. „So lange.“

Dann kam die Zeit, in der ich mich fragte, ob nicht beides parallel laufen könnte. Das musste doch irgendwie gehen, dachte ich mir, immerhin schaffen andere das auch.

Das Problem auch hier: Ich bin nicht andere. Ich kann nach acht Stunden Arbeit umgeben von Büchern keine Bücher mehr schreiben. Ich kann es einfach nicht, ich habs versucht.

Und Mitte Juni diesen Jahres schließlich – kurz vor Ablauf der Frist – entschied ich, dass ich etwas wagen muss. Und wenn ich es nicht jetzt tat, würde die Chance vielleicht nie, nie wieder kommen, mir einen weiteren, noch viel größeren Traum zu erfüllen: Autorin sein.

Ganz ohne Einkommen stand ich ja dank der Texterei nicht da, selbst wenn ich die Buchhandlung aufgab. Trotzdem. Trotzdem …

Allen Mut zusammenkratzen

Einen Tag danach habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Job gekündigt. Ich habe in den heutigen, oft wankelmütigen Zeiten den Mut aufgebracht, einen sicheren Hafen zu verlassen und mich ins tosende Meer gestürzt. Mit einem einzigen Schwimmflügel in der Hand.

Und wisst ihr was? Ich hatte eine sch*** Angst! Nein, eigentlich habe ich sie immer noch. Aber vielleicht ist genau das der Antrieb, jeden Tag aufzustehen und zumindest nicht vor dem Bären wegzulaufen, der da nun wartet. Ich stehe da, trinke meinen Kaffee und beobachte ihn, den Bären. Schaue zu, wie er vor mir auf und ab läuft.

Und dann bewerfe ich ihn mit Worten.

Juni 22

Wie großartig Schreiben ist – und mehr

Wisst ihr, wie großartig Schreiben ist? In meinem letzten Post habe ich ja erwähnt, dass ich aktuell am zweiten Buch sitze und es kaum erwarten kann, bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf zu deuten und zu jubeln: MEINS! Aber so weit bin ich noch lange nicht.

Gut? Schlecht? Hmm …

Lasst es mich so sagen: Es ist verdammt anstrengend. Klar, soll es auch sein. Ich bin nämlich der Meinung, dass man einem Text ruhig anmerken darf, wie viel Arbeit drinsteckt. Man soll die Geschichte zwar ohne Probleme lesen können, ich will meinen Lesern und mir jedoch die hochgezogenen Augenbrauen ersparen, die besagen: „Uffz, das passt aber nicht zum Rest“ oder „Na, das hätte man auch ein Stück weit eleganter lösen können“ oder „Muss ich das jetzt nachvollziehen können“.

Easy going, oder nicht?

Das klingt alles ganz simpel, ich weiß. Ich dachte früher auch immer, dass es ja wohl nicht schwer sein kann, eine in sich geschlossene Geschichte, die logisch und chronologisch aufgebaut ist, aufs Papier zu bringen. Solange, bis ich es selbst versucht habe. Ein klitzekleiner Schnitzer reicht da schon aus, um Türme aus Gewitterwolken über den Köpfen der Leser aufsteigen zu lassen. Eine unzureichend beantwortete Frage verringert das Interesse. Eine unpassend gewählter Zeitpunkt kann zum Abbruch der Lektüre führen. Will ich natürlich nicht.

Zum großartigen Punkt jetzt!

Ich komme schon wieder ins Erzählen: Kurz und gut, ich will mit meinen Geschichten unterhalten. Aber – und hier lande ich endlich beim Thema dieses Eintrags – ich nutze Hilfe dabei. Ich bin niemand, der auf Kritik verzichten kann und will, ich brauche sie. Ich verlange nach ihr, und deshalb möchte ich mit diesen Zeilen eine Lanze für die Leute brechen, die mich auf meinem Weg begleiten:

  • Meine Lektorinnen – meine aktuelle Junior-Lektorin und meine Verlagslektorin bei Oetinger34 -, die mit Argusaugen jedes Wort betrachten und mir bei Plot, Figuren und Wortwahl zur Seite stehen
  • Meine Testleserinnen, die ich mit Textschnipseln und Szenen bewerfe, um mir ehrliches Feedback abzuholen und manchmal brettharten Widerstand einzufangen
  • Mein Netbook, das mich seit – keine Ahnung wie vielen – Jahren begleitet und mich mit seiner Worterkennungssoftware darauf hinweist, wenn ich Bockmist (ja, das Wort benutzt man auch heute noch!) gebaut habe. Und mir statt Daumennagel auch mal Tannennadel oder Atomenergie als Alternative vorschlägt

Ohne sie wäre all das nicht möglich. Ohne sie würdet ihr nicht nächstes Jahr Lucas und Ben und Fey kennenlernen. Ohne sie könnte ich euch jetzt gar nicht spoilern, dass ihr die drei nächstes Jahr kennenlernen werdet. Hahahaha!

Ich bin dann mal wieder weg und schreibe.
Und nicht vergessen „What about now?“

Juni 4

„Ich schreibe“, sprach sie, und schrieb

Kaum startet die Homepage groß angekündigt, füllt sich mit Teasern, Tipps und blabla, schon wird es wieder etwas ruhiger darum. Aber, meine lieben Lesenden, ich habe für mein digitales Schweigen die perfekteste Ausrede aller jemals erfundenen Ausreden auf Lager: Ich schreibe. Das ist, nebenbei bemerkt, gar keine Ausrede!

Ich schreibe natürlich immer irgendwie, und wenn es nur Einkaufszettel sind. Nebenher texte ich. Ich nehme mit Worten Klettertürme auseinander, Babykostwärmer und anderes Zeugs, und baue sie wieder zusammen, so sie es denn verdient haben. Ich schreibe euch ja gerade auch hier, öfter auf Facebook oder auf Twitter.

Allerdings rede ich jetzt vom Schreiben.

Ich rede vom Herantasten an meine Charaktere, indem ich ihnen Aussagen und Handlungen diktiere und beobachte, ob sie mir gehorchen und meinen Vorschlägen folgen (was sie übrigens bereits in der ersten Szene nicht getan haben. Aber ihre Version gefällt mir ehrlich gesagt um Längen besser als meine, also danke, Jungs). Ich rede vom Kennenlernen meiner Figuren mit Hilfe von Buchstaben, bis ich ihnen auch ihr allerletztes Geheimnis entlockt habe. Vom Ausformulieren einer vorher festgelegten Handlung, die sich verlockend auf dem Papier und vor meinem inneren Auge räkelt und nur darauf wartet, dass ich sie ins Leben hole.

Ich schreibe wieder

Leute, ich schreibe. Meinen zweiten Roman. Ich geh gerade mal kurz durchdrehen – nicht so heftig, weil mein Ischias mich dafür hasst, dass er in meinem Körper geboren werden musste.
Das Ergebnis wird wieder ein Jugendbuch sein, ein realistisches, literarisches Jugendbuch. Der Arbeitstitel lautet „Wingmen oder was ich Fey verdanke“, und ich bin meinen Hauptcharakteren bereits hoffnungslos verfallen. Ich bete, dass sie euch genauso zum Lachen, zum Heulen und zum Verzweifeln bringen wie mich, und dass ihr die Geschichte genauso lieben werdet, wie ich es tue.

Dann mach ich mal weiter. Bleibt nur noch zu sagen „What about now?“

Mai 20

Das größte Vorbild (unter 19 anderen großartigen Autoren)

Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich John Green abgöttisch liebe?
Nein, nein, nicht so! Eher anders. Anders im Sinne von …
Hm, wie erkläre ich das?
Man könnte auch sagen, ich wäre gern John Green. Obwohl, nein, das stimmt noch viel weniger. Dann müsste ich meine coole Boss Orange Brille gegen seine eintauschen, in meiner Freizeit Autorennen fahren und hätte plötzlich einen Bart – und ein Wissen so groß wie meine gesamtes Geo Themelexikon und einen Kontostand mit mindestens fünf Ziffern vor dem Komma. Was sich in meinem Kopf ehrlich gesagt ziemlich gut anhört. Aber nein, trotzdem nicht.

Ha! Ich hab’s! Ich hätte John Green gern zum Freund. Dann würde ich ihm die ganze Zeit einfach nur beim Reden zuhören und nicken und lächeln und einfach glücklich sein.

Ich lese gerade eins seiner Bücher (wer hätte das jetzt erwartet, hm?!). Es ist 2008 im Hanser Verlag erschienen und hat sich ganz heimlich, still und leise an die Spitze meiner allerliebsten realistischen Jugendbücher gearbeitet: Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen). Es geht um Colin, ein Wunderkind („kein Genie“), das sich aus Prinzip (und einer kleinen autistischen Anwandlung wegen) nur in Mädchen mit dem Namen Katherine verliebt. Ganze 19 Mal hat er das nun bereits getan, und ganze 19 Mal wurde er von Katherine verlassen. Jetzt steht das College an, und ehe Colin in Selbstmitleid und Sitzpinkelei versinken kann, schleift ihn sein bester Freund Hassan auf eine „Fahrt ins Blaue“. Soweit ganz kurz zum Plot.
Ich weiß, viele finden die Geschichte zu wissenschaftlich, zu nüchtern, sachlich und langatmig, weil Colins Denken eben in solch geordneten Bahnen verläuft. Aber gerade deshalb gefällt es mir so ausnehmend gut. Ich liebe dieses Suhlen im Nerdtum, das Herumreiten auf Tatsachen, Aufzählen von Fakten – und den in kleinen Dosen perfekt platzierten trockenen Humor, der wie winzige, gefrorene Sahnehäubchen wirkt (ihr wisst schon, gefrorene Sahne, wie man sie nur bei Spaghettieis findet).

Ich glaube, John Green hat in diesem Buch jeweils eine Hälfte von sich und seinem Bruder genommen, hat diese beiden zusammengefügt, einen anderen Namen und ein anderes Alter drauf gepappt und heraus kam Colin. Genau so stelle ich mir die beiden Greens vor: Ein bisschen verpeilt, unbeholfen, stets mit unwichtigen Fakten in der Hinterhand (Erzherzog Franz Ferdinand oder der Sphincter Oddi wären hier ideale Kostproben) und einfach nur zum Liebhaben und Bestaunen. Wenn ich bloß ein Viertel von dem wüsste, was einer von den beiden weiß, würde ich bereits dreimal so viel wissen wie aktuell. Oder so.

Ich habe geschworen, dass ich John Green die Füße küsse, sollte ich ihm eines Tages live und in Farbe begegnen (das „in Farbe“ ist hier besonders von Bedeutung!). Aus diesem Grund werde ich mich jetzt wieder meinen eigenen Figuren widmen und ihnen ein wenig von mir selbst einhauchen, damit ich hoffentlich eines Tages ganz übel fangirlen kann, so lange, bis John Green mich von seinen Schuhen kratzen muss.

Mai 10

Urlaub oder die Welt des Müßiggangs

Ich habe Urlaub gemacht. Ja, tatsächlich! Ganze zwei Tage lang habe ich keine Taste auf meinem Keyboard gedrückt, habe (fast) keinen Gedanken an meine Figuren verschwendet und mich einfach mal treiben lassen. Und dabei fiel mir auf, dass ich das viel zu selten tue.

Vor Kurzem habe ich erst in einer Lektion meines Schreiblehrgangs darüber gelesen, dass kein Autor ohne Müßiggang seinem Tagwerk nachgehen kann. Woher sollte er denn auch sonst seine Ideen nehmen, wenn er stets nur am Schreibtisch sitzt und die Welt nicht nach ihren Geschichten abklappert? Woher die Figuren, die Hintergründe, die Schauplätze? Georges Simenon zum Beispiel, Thomas Mann und Anthony Burgess sind für ihre ausgedehnten Reisen berühmt. Nur dort, betonten sie, kämen ihnen die Einfälle für Geschichten. Und jedes Mal, wenn es mich in die Welt hinaus gezogen hat, kann ich es wieder nachvollziehen. Weiterlesen

Mai 4

So böse, und doch so herzerweichend

Ich liebe Johannes Cabal.

Kennt ihr diesen schnöden, frech dreisten Totenbeschwörer aus der Feder von Jonathan L. Howard? Nein? Dann findet ihr hier schon einmal eine Übersicht über die aktuelle lieferbaren Titel. Fühlt euch genötigt, euch mindestens eines davon zuzulegen und auch schleunigst zu lesen. Dann entgehen euch nämlich keine solch wunderschönen Satschätze wie dieser:

Es war die müheloseste Beleidigung, die er jemals ausgesprochen hatte, und er fand sie hinreißend elegant.

Ein Schnipsel aus dem dritten Band, dem „Institut für Angst und Schrecken“. Und allein durch diesen einen Satz bekomme ich schon wieder Lust darauf, Johannes Cabal bei einem weiteren Fall über die knochige Schulter zu schauen.

April 28

Meinungsfreiheit vs Fakten

Einer meiner größten Fehler: Ich denke zu viel. Ich denke ständig darüber nach, was in der Vergangenheit geschehen ist, was aktuell geschieht, was morgen geschehen könnte … und meistens steht dabei mein Fremdbild im Mittelpunkt.

  • Was denkt wohl Person XY, wenn ich das zur Abwechslung mal so mache, anstatt so?
  • Was, wenn ich Person XY morgen sage, dass ich ihr Verhalten ziemlich doof oder anstrengend finde?
  • Was, wenn jemand in Bezug auf eine aktuelle Diskussion anderer Meinung ist als ich?

Und da wären wir schon beim Punkt: Meinungsfreiheit.
Ich bin eine harte Verfechterin der Meinungsfreiheit und gestehe sie jedem zu. Außer natürlich, jemand hat eine andere Meinung als ich. Nein, Spaß beiseite. Mir ist äußerst wichtig, dass man seinen Standpunkt vertreten kann, auch wenn der eigene Standpunkt zwangsläufig eine in gewisser Weise eingeschränkte Weltsicht mit sich bringt. Das liegt in der Natur der Sache, und in der Natur des Menschen. Klar, ist ja mein Standpunkt, nicht der eines anderen. Manch einer sagt darauf, das macht eine sachliche Diskussion unmöglich. Die Frage lautet: Ist das so? Und wenn ja, ist das falsch? Weiterlesen

April 23

Was so alles ansteht

Erst Samstag, und diese Woche übertrifft bereits alle bisher dagewesenen an kreativem Input um Längen. Mein Hirn ist so voll mit Ideen und Plänen und Geschichten und Figuren und Texten, dass ich Angst habe, sie verschwinden alle im Nirvana, sobald ein Gedanke zu viel in meinem Kopf entsteht. Klingt sicher total bescheuert, ist aber tatsächlich so.

[[Apropos „Klingt komisch, ist aber so“: Nach David Bowie, Alan Rickman, Roger Willemsen, Harper Lee, Umberto Eco, Peter Lustig, Guido Westerwelle, Hans-Dietrich Genscher und Imre Kertész (und vielen, vielen weiteren) ist nun auch noch Prince gestorben. Was für eine abgefahrene Liste arbeitet der Schwarze Mann da eigentlich gerade ab? Ich meine, HEY! – das wird auf jeden Fall eine echt krasse Party da oben!]]

Zurück zu den Fortschritten bei meinen kreativen Spaß- und Herzensprojekten in den letzten paar Tagen: Weiterlesen

April 18

Tweets, die nach Lachkrampf schmecken

Twitter ist spannend. Gerade einmal 140 Zeichen hat man zur Verfügung, um Rede und Antwort zu stehen, sehr oder weniger komplexe Fragen zu stellen und möglichst abgeschlossene Geschichten zu erzählen. (Diese zwei Sätze wären übrigens schon 61 Zeichen zu lang gewesen. Nur mal so.)

Gerade bin ich über einen Tweet aus dem Jahr 2013 gestolpert, der mein Kopfkino mit einem dicken, fetten Muffin gefüttert hat. @RitaKasino schrieb:

„Wie lief das Zeitmanagement-Seminar?“
„Das war HEUTE???“

Meine Güte, ein ganzer Film läuft da vor meinem inneren Auge ab! Zugegeben, ich lache immer noch. Genau mein Humor, und deshalb verdient der Startschuss für eine neue Kategorie, in der ich euch künftig Zitate, Worte und Schnipsel präsentieren möchte, die es mir angetan haben.