Organisation ist alles, Baby!

Organisation ist alles, Baby!

Organisation ist alles, Baby!

I’m doing home office, darling! Was klingt das elitär und total cool und wahnsinnig entspannt – mag man denken. Aber dahinter steckt ein gewaltiger, riesiger, manchmal beängstigender Berg an Organisation!

Von zu Hause arbeiten kann ja jeder … oder?

Stimmt, kann jeder. Wenn er den passenden Job dafür gefunden hat. Das ist mir glücklicherweise gelungen. Als Brotjob texte ich – was man dabei übrigens lernen kann, unfassbar! Ich weiß jetzt so ziemlich alles über Filiermesser und Kochmesser, was es zu wissen gibt -, damit verdiene ich also momentan hauptsächlich mein Geld. Mein vorrangiger Grund dafür, mich selbstständig zu machen, war aber der Wunsch, das kreative Schreiben nicht aufgeben zu müssen. Das Texten gibt mir die Freiheiten, die ich dafür brauche.

Ich setze mich an den PC, wann ich will. Ich texte das Produkt von der Liste, welches mich gerade am meisten anlacht. Ich schreibe den Blogeintrag, der mir gerade in den Kram passt. Und wenn der Prinz am Morgen plötzlich Fieber hat oder der Hund dringend raus muss, verschiebe ich die Arbeit eben auf später. Verschoben ist aber nicht aufgehoben, das nur mal nebenbei!

Und der Haken an der Geschichte?

Denn im Grunde ist mein Tag trotz Freiheiten komplett durchgetaktet. Na ja, sagen wir mal so, er sollte es sein. Sich selbst zu organisieren klingt nämlich einfacher, als es ist. Glaubt mir, Leute, das ist kein Larifari-Spaßmobil-Ausflug. Da steht kein Kunde vor deinem Schreibtisch – zumindest nicht in persona – und verlangt sofortige Bedienung. Kein Chef lugt mit hochgezogenen Augenbrauen ums Eck, weil du gerade in Gedanken versunken aus dem Fenster starrst. Und kein Mitarbeiter stöhnt genervt auf, weil mal wieder alles an ihm hängen bleibt. Ich bin mein Boss und mein einziger Mitarbeiter. Alles, was ich nicht sofort erledige, muss ich später erledigen.

Ich spreche hier übrigens nicht nur von den Texten über Messer und Gebäudereinigung. Denn abends, sobald der Prinz ins Land der Träume entschwebt ist, … studiere ich. Gut, es ist ein Fernstudium über Kinder-/Jugendliteratur, ein Thema, das mich natürlich sehr interessiert. Aber es ist ein Studium, und das benötigt Zeit! Allein für die Einsendeaufgaben muss ich im Mittel fünf Stunden einplanen, bis ich damit zufrieden bin. Außerdem bin ich Ehefrau, und wir haben ein Haus. Einen Hund. (An dieser Stelle ein kleiner Gruß an meinen Poopsie: Naaa, mein Bärchen? Wieder gefrorene, halb gegorene Äpfel gefressen?).

Ach, und nebenbei betreue ich diese Seite hier. Und eine Facebook-Seite. Twitter sollte ich noch erwähnen. Instagram vielleicht. Und natürlich Pinterest. Dann wäre da noch die Aufgabe, viel zu lesen, damit ich das Handwerk des Schreibens verfeinern kann. Das (im Verhältnis dazu winzige Aufwändchen) Bloggen. Ja, und das Schreiben an sich!

In erster Linie will ich nämlich Bücher schreiben.

Was hat das nun mit Organisation zu tun?

Ganz einfach: Seit gut zwei Jahren probiere ich das nun bereits mit dieser Selbstständigkeit, und seit gut einem Vierteljahr ist die Sache ernst. Darüber habe ich euch hier schon ein wenig mehr erzählt. Die Quintessenz meines mal wieder ellenlangen Textes: Betrachtet man andere Autoren, solche, die nebenher einem nine-to-five-Job nachgehen, könnte man auf den Trichter kommen, dass doch eigentlich mehr gehen müsste. Mehr als ein Buch pro Jahr. Gut, ich bin eine Perfektionistin und überarbeite jeden Satz ungefähr … sagen wir einfach oft. Trotzdem ginge vielleicht tatsächlich mehr, wenn man – wieso spreche ich so unpersönlich über mich?! – also wenn ich mich besser organisieren würde.

Möglicherweise kennt ihr das auch: Ihr arbeitet gerade an etwas und – BAM! Ein Einfall.

VERDAMMT! Ich hab vergessen, …

Passiert mir ständig. Und das Gefährliche an der Selbstständigkeit ist, dass man den Stift, das Blatt, was auch immer sofort fallen lassen und etwas anderes machen kann. Später ist ja Zeit für das, was gerade unterbrochen wurde. Blöd nur, wenn während des Einschubs ein anderer Gedanken im Hirn aufploppt, und dann noch einer, noch einer … Das kann ich beliebig so weiterführen.

Jedenfalls stehe ich dann manchmal am Ende des laaaangen Tages da und frage mich, warum ich nur die Hälfte geschafft – und wieder kein neues Buch geschrieben – habe.

Deshalb also: Organisation. Bessere Organisation. Sofort. (Und das war ausnahmsweise kein spontaner Gedanke, sondern tatsächlich ein Vorsatz fürs neue Jahr.)

Ich wünsche mir …

Ich wünsche mir also von mir mehr organisiertes Chaos, das ich besser überblicken kann. Ihr glaubt gar nicht, wie schnell man in einen heftigen Orga-Strudel abdriften kann! Ich will gar nicht auf unaufgeräumte Schreibtische hinaus oder verpasste Deadlines – ist mir bisher noch nie passiert! *Auf Holz klopf*

Nein, dieses Hin- und Herhopsen zwischen den Aufgaben, das muss aufhören. Und genau daran will ich arbeiten. Neben all der anderen Arbeit. Also falls ihr mich irgendwann irgendwo kopflos vor mich hinbrummend auf der Straße antreffen solltet, weil mir das mit der Organisation mal wieder zu hoch ist, tätschelt mir die Schulter, versprecht mir, dass das nur ein kleiner Rückfall ist und gebt mir einen Kaffee. Kaffee ist wichtig.

Danke.

(Foto mal wieder von www.gratisography.com)

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