Aaron Blabey – Böse Jungs (#djlp17)

Aaron Blabey – Böse Jungs (#djlp17)

Aaron Blabey – Böse Jungs (#djlp17)

Ehrlich gesagt habe ich mir vorher gar keine Gedanken darüber gemacht, was für ein Buch Aaron Blabey mit Böse Jungs vorgelegt haben könnte. Da es in der Kategorie Bilderbuch beim Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert ist, dachte ich eben an genau das, ein klassisches Bilderbuch. Großformatig, viele Illustrationen, wenig Text. Tja, falsch gedacht.

Denn als ich das Buch dann endlich in Händen hielt, erinnerte es mehr an ein Kinderbuch. Kleines, gebundenes Format, witzige Aufmachung. Im Inneren dagegen dann der Bruch. Im Grunde haben wir es hier also mit einem gebundenen Comic zu tun. Aber eins nach dem anderen.

Um was geht’s?

Der Inhalt ist schnell erzählt.
Unser Protagonist, der (böse) Mr. Wolf, hat keine Lust mehr, ständig nur gejagt und für seine Taten verurteilt zu werden. Er will ab jetzt zu den guten Jungs gehören, denn böse Jungs gibt es viel zu viele. Allein kann man solch einen Wandel allerdings nicht durchziehen, glaubt er, und sucht daher Unterstützung. Eine Gang.
Die kommt schließlich in Form von drei weiteren fiesen Verbrechern daher, nämlich Mr. Snake, Mr. Piranha und dem furchteinflößenden Mr. Shark. Das liest sich wie ein Who-is-Who der tierischen Bösewichte und ist deshalb gerade gut genug für Mr. Wolf. Mit einigen Tricks bemüht er sich, seine drei Kumpels dazu zu überreden, ihm auf dem neuen Pfad der Tugend zu folgen.

Natürlich geht das nicht annähernd so reibungslos vonstatten, wie Mr. Wolf sich das vorstellt. Als die vier nämlich eine verirrte Katze vom Baum retten wollen und das arme Tier fröhlich angrinsen, kriegt die beinahe einen Herzinfarkt im Angesicht all der messerspitzen Argumente.

Und, wie war’s?

Nett! Eine witzige, kurzweilige Geschichte, die man innerhalb einer halben Stunde durchgeblättert hat. Die Idee ist super umgesetzt, die Aufmachung im Inneren mal etwas ganz anderes. So stellen horrend klingende Steckbriefe aus den Ordnern des Metropolitan Police Department die vier Schurken vor, und zwar mit allen blutigen Details.

Da kommen wir aber auch schon zum Knackpunkt. Denn in der Kategorie Bilderbuch hat der Titel Böse Jungs für mich nichts zu suchen. Hier handelt es sich vielmehr um ein Buch für acht- bis zehnjährige Leser, die bereits einen gewissen Sinn für trockenen schwarzen Humor entwickelt haben. Kleinkinder mit vier Jahren verstehen den Inhalt wohl kaum so, wie er ursprünglich gedacht war.

Fazit zu Aaron Blabey – Böse Jungs

Nicht falsch verstehen, ich mag das Buch. Ich hab mehrmals herzlich gelacht, als Mr. Wolf sich mit peinlich berührten Gesten und Worten aus ausweglosen Situationen zu retten versuchte. Die Geschichte bietet auch viel Potenzial für weitere Bände (die ja zum Teil inzwischen auch erschienen beziehungsweise angekündigt sind). Die Nominierung ist meines Erachtens nur in der falschen Kategorie erfolgt.

Als Wermutstropfen empfand ich die Bindung des Buches. Klar, ich als Autorin und passionierte Leserin liebe gebundene Bücher. In diesem Fall hätte ich allerdings einer weichen Bindung den Vorzug gegeben, oder aber mehrere Geschichten in ein gebundenes Buch gepackt. Zehn Euro mögen für unsereins zwar nicht viel sein, für Kinder im passenden Lesealter aber sicher schon. Zwei kurze Geschichten für zwanzig Euro sind dann schon wirklich harter Tobag.

About Angela Kirchner

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